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Zwei
Spieler sinken zu Boden - der Schiedsrichter entscheidet
auf... Wohl keine andere Art von Kontakten im Basketball
sorgt für so viel Zündstoff wie die Frage, ob es sich
um ein Defensiv- oder ein Offensivfoul handelt.
Das
Basketball Magazin hat nachgefragt und jemanden, der
es wissen sollte, befragt: Roger Schwarz. Der 41 -Jährige
ist seit Jahren BBL-Spitzenschiedsrichter und auch international
erfahren. "Die richtige Beurteilung solcher Kontakte
ist deswegen schwer, weil es viele knappe Entscheidungen
gibt. Der richtige Blickwinkel des Schiedsrichters zur
Situation ist ausschlaggebend," räumt auch Schwarz
ein, dass es sich bei der Frage nach Offensiv- oder
Defensivfoul um knifflige Entscheidungen für Referees
handelt. Gemeinsam machen wir das Regelwerk verständlich.
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Abb.
1
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Abb.
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Abb.
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Abb.
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Abb.
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Abb.
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Abb.
16
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Entscheidend
ist zunächst die Frage, ob der verteidigende Spieler
eine legale Verteidigungsposition einnimmt. Der Verteidiger
müsse dabei, so Schwarz, seinem Gegner mit dem Gesicht
gegenüber und mit beiden Füßen auf dem Boden stehen
(siehe Abb. 1).
Während
eines Spiels kommt es aber nur selten vor, dass sich
ein Verteidiger nicht bewegt. Was ist zu beachten? „Natürlich
darf sich der Defensivspieler auch seitlich oder rückwärts
bewegen. Wenn er seine Position zuerst eingenommen hat,
ist das ein Offensivfoul (Charging)", erklärt der
BBL-Referee. Anders verhält es sich hingegen, wenn der
Verteidiger die Stelle auf dem Feld erst nach dem angreifenden
Spieler erreicht. Roger Schwarz: „Man kann es sich ganz
einfach merken: Entsteht der Kontakt des Verteidigers
mit dem Angreifer unter den genannten Kriterien komplett
auf der Vorderseite des Körpers, handelt es sich um
ein Offensivfoul (Charging), entsteht er dagegen nicht
auf der Vorderseite, liegt ein Defensivfoul (Blockieren)
vor." (siehe Abb. 9-11).
Und
noch ein Kriterium ist bei der Beurteilung durch die
Referees entscheidend: Spieler mit Ball müssen auch
damit rechnen, eng bewacht zu werden. Verteidiger brauchen
weder Zeit noch Raum zu gewähren, wenn sie ihre legale
Verteidigungsposition einnehmen. Dazu der Fachmann:
„Der Verteidiger darf an einem Spieler mit Ball sogar
mit dem Bruchteil einer Sekunde und mit dem kürzest
möglichen Abstand eine Verteidigungsposition einnehmen
- wenn es dabei zum Kontakt kommt, ist das ein Offensivfoul."
(Abb. 10-11)
Ansichtssache
Schwierig
sind Offensiv- und Defensivfouls zu beurteilen, wenn
der Angreifer einen Pass von hinten von einem Mitspieler
erhält und es dann zu Kontakten kommt. Und wieder gelten
die bekannten Prinzipien: Wenn der Verteidiger die legale
Verteidigungsposition eingenommen hat und der Offensivspieler
nicht rechtzeitig anhalten kann, ist für den Kontakt
der Angreifer verantwortlich (siehe Abb. 12-13). Und:
„Hat der Dribbler keine andere Chance, an seinem Verteidiger
oder auch an zwei Gegenspielern vorbeizukommen, als
dabei einen Kontakt zu verursachen, ist auch hier der
angreifende Spieler verantwortlich." (siehe Abb.
14) Aber wie verhält es sich bei Kontakten ohne Ball?
Wenn ein Spieler eine legale Verteidigungsposition eingenommen
hat, die es dem Angreifer ohne Ball ermöglicht, anzuhalten
oder die Richtung zu wechseln, ist für mögliche Kontakte
der Offensivspieler verantwortlich. Sollte der Verteidiger
allerdings seine Position zu spät einnehmen, so dass
sein Gegenspieler keine Chance mehr hat, den Kontakt
zu vermeiden, trägt der Defensivspieler die Verantwortung
(siehe Abb. 15-16).
Eine
legale Verteidigungsposition erstreckt sich auch auf
den Raum senkrecht über dem Verteidiger. Der verteidigende
Spieler darf Arme und Hände über den Kopf heben oder
senkrecht nach oben springen, solange er innerhalb eines
gedachten Zylinders bleibt. Referee Schwarz: „Man denkt
sich einfach einen Gymnastikreifen rund um diesen Spieler.
Solange er innerhalb dieses gedachten Raumes bleibt,
ist die Verteidigungsposition okay." (siehe Abb.
2).
Dazu
einige Praxisbeispiele, die die Auswirkungen des so
genannten Vertikalprinzips verdeutlichen: Hat der Verteidiger
eine legale Position eingenommen und der angreifende
Werfer springt vorwärts, so dass er einen Kontakt mit
dem Verteidiger verursacht, handelt es sich um ein Offensivfoul.
Dies gilt auch dann, wenn der Verteidiger, wie oben
beschrieben, innerhalb seines gedachten Zylinders senkrecht
hochspringt, (siehe Abb. 3 und 4).
In
den Zylinder des Angreifers
Anders
verhält es sich, wenn der angreifende Spieler zum Wurf
ansetzt und der Verteidiger seine Arme in den Zylinder
des Angreifers hinein hält. „Kommt es jetzt beim Sprungwurf
zum Kontakt, so muß ein Defensivfoul gepfiffen werden,"
so Schwarz. „Aber wenn der Angreifer einen Wurf antäuscht,
der Verteidiger deswegen senkrecht innerhalb seines
eigenen Zylinders hochspringt und dann der Angreifer
in den verteidigenden Spieler hinein dribbelt und den
Kontakt verursacht, dann ist das ein Offensivfoul."
(siehe Abb. 5-8)
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