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Schiedsrichter | Porträts | Fussball

 

 

Quelle: www.sport1.at Juni 2002

 

 

Der Beste pfeift die Besten
Pierluigi Collina leitet das Finale zwischen Brasilien und Deutschland

 

Seoul - Der Beste pfeift die Besten: Der Italiener Pierluigi Collina wird am Sonntag das Finale zwischen Deutschland und Brasilien leiten.

Nach der teilweise heftigen Kritik an den Unparteiischen bei der Endrunde in Sudkorea und Japan nominierte der Weltverband FIFA die Nummer eins unter den Referees fur das Endspiel zwischen den beiden erfolgreichsten Teams der WM-Geschichte.

Fur Collina geht ein Traum in Erfullung

Fur Collina, der im vergangenen November in der WM-Qualifikation Turkei - Osterreich (5:0) geleitet hat, geht in Yokohama ein Traum in Erfullung.

"Das WM-Finale zu leiten ist fur einen Schiedsrichter das Hochste", so der 42-jahrige. Der Glatzkopf, der seine Haare vor Jahren auf Grund einer Erkrankung des Nervensystems verlor, genie?t einen hervorragenden Ruf.

Collina ist auf dem Platz mehr als nur eine Respektsperson

Collina strahlt auf dem Platz stets Souveranitat aus und verschafft sich bisweilen aber auch mit wilder Entschlossenheit Respekt.

"Der beste Schiedsrichter ist der, der den Mut hat, notwendige Entscheidungen zu treffen", lautet das Motto des zweifachen Familienvaters aus Bologna.

Dieser Maxime ist er auch in seinen bisherigen Einsatzen bei dieser WM treu geblieben. Collina war im brisanten Vorrundenduell zwischen England und Argentinien (1:0) und bei der Achtelfinal-Niederlage von Japan gegen die Turkei (0:1) uneingeschrankter Chef auf dem Platz.

Nominierung von Collina fur Deutschland kein gutes Omen

Fur Rudi Vollers Team ist der Pfeifenmann aus Italien allerdings kein gutes Omen.

Im vergangenen September ging die DFB-Elf in der Qualifikation gegen England mit 1:5 unter, auch bei der EURO 2000 brachte er den Deutschen (0:1 gegen England) kein Gluck.

Im Mai 1999 war der promovierte Okonom in Barcelona dabei, als der FC Bayern Munchen in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Champions-League-Titel an Manchester United verlor.

Lediglich bei Collinas Landerspiel-Debut hatte die DFB-Auswahl das bessere Ende fur sich: Am 24. April 1996 gab es in Rotterdam ein 1:0 gegen die Niederlande.

Vom Olympia-Finale ins WM-Finale

Nur vier Monate spater amtierte der Profi-Schiedsrichter bereits im Olympia-Finale von Atlanta. Dies kann als Beleg dafur gelten, wie konsequent er seinen Weg an die Spitze seiner Zunft gegangen ist.

"Ich halte mich nicht fur den wichtigsten Mann auf dem Platz, wie einige oft meinen. Wenn man den Schiedsrichter nicht bemerkt, hat er meistens gut geleitet", sagt Collina uber sich.

Europa-Quartett als Schiedsrichter-Gespann

Nachdem die Schiedsrichter bei der WM heftig in die Kritik geraten sind und teilweise sogar mit Betrugsvorwurfen konfrontiert wurden, ging die FIFA auf Nummer sicher und nominierte fur das Finale ein Quartett aus Europa.

Collinas Assistenten sind der Schwede Leif Lindberg und Philip Sharp aus England. Als vierter Offizieller agiert der Schotte Hugh Dallas, der das deutsche Viertelfinalspiel gegen die USA geleitet hatte.

Fur das Spiel um Platz drei zwischen Sudkorea und der Turkei war zunachst der Schwede Anders Frisk vorgesehen.

Nach eingehender Diskussion beauftragte die FIFA-Kommission unter Leitung von Prasident Joseph Blatter jedoch Saad Mane aus Kuwait mit der Leitung des "kleinen Finales" am Samstag in Daegu.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
17. November 2003

 

© Axel Beckmann