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Joey Crawford ist
für sein Temperament berüchtigt (hier
mit Karl Malone) |
DALLAS (AP) Am Donnerstag
waren keine Schiedsrichter zu sehen. Es war ein Tag
Pause in den Western Conference Finals. Demzufolge musste
sich auch niemand aufregen.
Ein
Tag nach dem Technischen-Foul-Festival, auch als Spiel
2 bekannt, betonten die Dallas Mavericks und die San
Antonio Spurs, dass sie sich in Spiel 3 am Freitag nicht
auf die Schiedsrichter konzentrieren wollen. "Es
ist dumm sich über die Schiedsrichter aufzuregen. Sie
haben einen harten Job. Lass sie ihn erledigen",
äußerte sich der Dallas-Aufbau Steve Nash. "Egal
was passiert, auch wenn Du Dich nicht fair behandelt
fühlst, Du kannst nichts dagegen unternehmen. Es ist
schließlich nicht absichtlich. Selbst wenn es das wäre,
was willst Du dagegen tun?"
In einer Serie, die nach
2 Spielen unentschieden steht, ist das Pfeifen das Topthema
- und die Debatte hat einen persönlichen Beigeschmack.
Die Person, über die sich die Leute nach Spiel 2 gewundert
haben, war Schiedsrichter Jeoy Crawford. Der sehr leicht
aufzuregende Crawford pfiff vier Teschnische Fouls im
ersten Viertel des San Antonio 119:106-Sieges und disqualifizierte
Don Nelson nach zwei schnellen Technischen Fouls während
einer Auszeit. Nick van Exel staunte nicht schlecht:
"Ich dachte, Joey würde um eine Meisterschaft kämpfen.
Aber das ist nun vorbei. Ich werde nichts mehr dazu
sagen, sonst erhalte ich noch eine Strafe." Spieler
und Trainer dürfen die Schiedsrichter nicht öffentlich
kritisieren, so dass es für sie am Besten war, sich
nach dem Spiel aus dieser Diskussion herauszuhalten.
Dies
tat auch NBA Vize Präsident für das Spielwesen, Stu Jackson, der
für die Schiedsrichter verantwortlich ist. "Wir
geben keine Kommentare zu diesem Thema ab. Ich sehe
keinen Grund dafür, von dieser Linie abzuweichen."
Mavericks
Besitzer Mark Cuban erzählte, dass er 750 E-Mails bezüglich
der Schiedsrichter-Leistung erhalten hat als er Mittwoch
Nacht ins Bett ging. 500 weitere warteten auf ihn am
nächsten Morgen. Ein bekanntes Thema. Warum setzt die
NBA Schiedsrichter bei Play-Off-Spielen an, deren Persönlichkeit
das Spiel beeinflusst? Im Fall von Crawford, der seit
mehr als 20 Jahren in der NBA pfeift, weiß jeder Spieler
und Trainer, dass dieser schnell auf Konfrontationen
anspringt. Und trotzdem lief Nelson in die Mitte des
Kampfrichter-Bereichs und starrte Crawford während einer
Auszeit an. Nelsun wußte genau, dass Crawford auf diese
Provokation reagieren und ihn hinausschmeissen würde.
"Mir war völlig bewußt,
wass Nelle tut", erzählt Spurs Trainer Gregg Popovich.
Cuban sagt, dass der Grund
für Nelsons Handlung dessen Enttäuschung über die Leistung
von Ted Bernhardt war, der im ersten Viertel ein mehr
als fragwürdiges drittes Foul gegen Dirk Nowitzki pfiff.
Als die Spieler von der Bank Bernhardt anschrien, schrie
dieser zurück - dies alles geschah, während der Schiedsrichter
an der Bank vorbeilief und an der Grundlinie stand.
"Ich werde diesen Rausschmiss nicht kommentieren,
außer folgendes: Ich wurde schon früher disqualifiziert
und vielleicht werde ich es wieder. Das ist Teil des
Spieles. Wenn ein Schiedsrichter Dich treffen will,
dann schafft er dies auch. Ende der Geschichte."
äußerte sich Nelson.
Nach dieser Aktion, erlaubten
die Mavericks den Spurs einen 17:2 und einen 18:3-Run,
der diese mit 28 Punkten in Führung gehen ließ. Dallas
kam nie näher als 8 Punkte an die Spurs heran. Nowitzki
zeigte sich selbstkritisch: "Ich glaube, dass wir
zu emotional auf die Schiedsrichter reagiert haben.
Jeder hätte sie in Ruhe lassen sollen. Wir müssen uns
wieder aufs Basketball spielen konzentrieren."
Die NBA setzt die Schiedsrichter in den Play-Offs aufgrund
ihrer Erfahrungen und Leistungen an. Viele der älteren
Schiedsrichter sind starke Persönlichkeiten und haben
einen bestimmten Stil, Spiele zu pfeifen. Schiedsrichter
trugen vor einigen Jahren kabellose Mikrofone, um den
Fernsehzuschauern die Möglichkeit zu geben, die Gespräche
der Refs mit anderen zu hören. Diese Technologie erlaubte
den Fans einen tiefen Einblick hinter die Kulissen,
zeigte aber auch die speziellen Eigenheiten einiger
Akteure.
Als Bennett Salvatore offensichtlich
die Mehrheit der Fouls in Spiel 1 der Serie zwischen
Philadelphia und Detroit pfiff und auch in Spiel 6 wieder
eingesetzt wurde, warf 76ers Coach Larry Brown Salvatore
vor, dass er das Schiedsrichter-Gespann dominieren würde.
Salvatore ließ Brown aussprechen, trat einen Schritt
zurück und gab ihm ein Technisches Foul.
Die
Offiziellen der Liga haben still und heimlich hinter
den Kullissen mit den reizbaren Schiedsrichtern an ihrem
Verhalten gearbeitet und einige haben das sehr gut umgesetzt.
Viele Trainer nennen als erstes Steve Javie, der nicht
mehr als der Hitzkopf gilt, der er noch vor fünf Jahren
war. Zu wissen, welche Knöpfe man bei welchen Schiedsrichtern
drücken muss, ist Teil des Wissens, dass erfolgreiche
Coaches und Spieler während eines Spieles anwenden.
Jedes Spiel ist unterschiedlich, jeder Schiedsrichter
ist anders - die guten Trainer und Spieler kennen die
richtigen Abläufe.
"Die Schiedsrichter
können soviel entscheiden - Du musst wissen, wie weit
Du gehen kannst." sagt San Antonio's Stephen Jackson.
"Ich musste das auf die harte Tour lernen, indem
ich mir Technische Fouls einfing. Aber irgenwann hatte
ich es dann begriffen. Halt Deinen Mund geschlossen
und es geht Dir gut." |