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Leitartikel

 

 

Autor: Axel Beckmann

 

 

Finalserie sOBBL
5. Juni 2003

Bild der Woche

Leitartikel

Er war der Buhmann im Spiel 2 der Finalserie: Boris Schmidt

Sie pfeifen Spiel 3: Horst Weichert und Roger Schwarz

Buchtipp des Monats

Dr. Ralf Brand

In Partnerschaft mit Amazon.de

 

Emotionen pur, zwei Mannschaften, die verbissen um den Sieg kämpften. Das war Spiel 2 der Finalserie in der sOBBL 2003 zwischen ALBA Berlin und TSK Universa Bamberg. Nichts für Basketball-Ästheten, sondern eher für Leute, die schon immer mal den Beweis liefern wollten, dass dieser Sport keineswegs körperlos geführt wird.

Und zu guter Letzt waren natürlich wiedermal die Schiedsrichter an allem Schuld. Für die Bamberger Niederlage, weil Boris Schmidt am Ende des Spiels einige umstrittene Entscheidungen getroffen hat. Für die 35 Minuten schwaches Spiel ALBAs weil oben genannter und sein Kollege Markus Hesse über das gesamte Spiel den Berlinern fast doppelt soviele Fouls wie den Bambergern anhängten. Die Fans der beiden Lager sind sich zumindest in diesem Punkt einig: die graugekleideten Pfeifen waren überfordert und hauptverantwortlich für Alles.

Der neutrale Beobachter sieht die Sache da in der Mehrheit etwas anders: Zwei Mannschaften, die den gnadenlosen Körperkontakt suchten und alle schmutzigen Tricks anwendeten, die man nur auf Lager haben konnte. ALBA wurde zurecht mit deutlich mehr Fouls bedacht, da sie für die Mehrzahl der Kontakte verantwortlich waren.

Auch hier wird heftig über die Korrektheit der beiden Offense-Fouls, des Schrittfehlers und des Technischen Fouls gestritten. Boris Schmidt, einer der renommiertesten Refs der sOBBL, hatte all diese Entscheidungen am Schluss getroffen und war nicht nur für Bambergs Coach Dirk Bauermann der Sündenbock: "Dieses Spiel hatte bessere Schiedsrichter verdient gehabt." Ich meine, dass er besser hätte sagen sollen: "Ein solches Spiel pfeifen zu müssen, hat kein Schiedsrichter verdient gehabt."

Am Sonntag findet die 3. Partie wieder in Berlin vor 10.000 fanatischen Anhängern statt. Wieder werden 2 Refs die undankbare Aufgabe haben, dieses Spiel zu leiten. Roger Schwarz und Horst Weichert haben drei Tage Zeit, sich mit dem unglaublichen Druck zu beschäftigen, der nun auf ihnen lastet. Pfeifen sie zu viele Fouls gegen ALBA, wird die Halle erneut Kopf stehen, hängen sie den Bambergern die Mehrzahl der Vergehen an, wird das Gerücht des Meisterbonus wieder aufkommen. Eine mehr als schwierige Situation, wenn man bedenkt, dass die angeblichen Basketballästheten aus der Bundeshauptstadt erneut versuchen werden, den angeblichen Kloppern aus Franken mit deren Mitteln beizukommen. Dieses Spiel ist eigentlich eine Strafe für die Schiedsrichter, keine Belohnung!

Eine ähnliche Situation gab es im Übrigen vor kurzem in der NBA beim Western Conference Final zwischen den Dallas Mavericks und San Antonio. Im Spiel 2 (Zufall??) waren die Schiedsrichter die auffälligsten Akteure im negativen Sinne. Insgesamt 7 Technische Fouls wurden verhängt, 3 Disqualifikationen ausgesprochen und insgesamt 48 Persönliche Fouls gepfiffen. Verlierer Dallas war insbesondere auf Joe Crawford nicht gut zu sprechen.
In Spiel 3 verbuchte Namensvetter Dan Crawford dann vor Spielbeginn eine bemerkenswerte Szene für sich. In der Vorbesprechung der Schiedsrichter-Crew mit den beiden Kapitänen der Teams äußerte er folgendes: "Okay Jungs, Ihr erinnert Euch bestimmt noch an Eure Anfangszeit auf dem Playground (Anm.: Freiplatz). Jeder hat sein Fouls selbst gesagt. Genauso machen wir das heute. Jeder sagt sein Foul selbst an!" Michael Finley muss wohl ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut haben, denn Crawford fügte schnell hinzu: "Keine Sorge Mike, das war nur ein Witz!" Das Spiel selbst lief völlig normal, keine Technischen Fouls und 38 Persönliche Fouls. Die Refs "fuhren" eine sehr kulante Linie, die von beiden Teams akzeptiert wurde, obwohl auch hier immer mal wieder gemeckert wurde. Aber Crawford war es anscheinend tatsächlich gelungen, mit seiner flapsigen Bemerkung den Dampf aus der Partie zu nehmen. Allerdings muss man auch sagen, dass beide Teams aus der vorherigen Partie gelernt hatten. Es darf bezweifelt werden, dass dies den beiden Bundesligisten auch gelingt.

In der Hoffnung auf ein Basketball-Spiel - vermutlich das letzte Bundesliga-Spiel im deutschen Fernsehen für lange Zeit

Euer Webmaster

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Letzte Aktualisierung:
6. Juni 2003

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