| "Ultra" Violet |
| Geschrieben von Alan Eisenstock / Übersetzung: Axel Beckmann | |||
| Freitag, 31. Dezember 1999 | |||
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Thorn begrüßte sie: "Hey, Violet, ich möchte, dass Sie wissen, dass ich nicht hier bin, weil es Ihr erstes Spiel ist." "Oh nein, Sie sind nur aus Spass den weiten Weg nach Vancouver gekommen." antwortete Violet.
Wahnsinn in Warp-Geschwindigkeit. Violet Palmer ist erst 34 Jahre alt und hat bereits die zweite NBA-Saison hinter sich. Das ist schnell. Die Violet Palmer Story handelt nur von Schnelligkeit und beginnt mit einem harten Start. Violet wuchs in Compton auf, einem harten Stadtteil von Los Angeles. Wie auch immer, ihr Elternhaus überlagerte die Umgebung. "Meine Freunde sagten, 'Violet, Du bist in Compton aufgewachsen, aber Deine Familie war wie die Kleine Farm in der Prärie.'" Sie stimmt dem zu. "Es ist wahr. Als Kind mangelte es mir an nichts. Ich glaube, ein Großteil meine Selbstvertrauens kommt von meinem starken familiären Hintergrund."
Violet war ein Starathlet. Sie lief, spielte Softball und war Point Guard im Compton High Basketball team. Sie wurde rekrutiert vom Coach der California Poly-Pomona, Darlene May, die ebenfalls ein erstklassiger Frauen Basketball Schiedsrichter und die erste Frau, die jemals ein olympisches Frauenbasketball-Spiel gepfiffen hat, war. Violet war drei Jahre lang Kapitän des Basketball Teams und führte die Mannschaft zweimal in Folge zur NCAA Division II Meisterschaft. Als Sie Ihr letztes Jahr im College erreichte, begann sie sich Gedanken über die Zukunft zu machen. "Ich wußte, dass ich nicht außerhalb Amerikas Basketball spielen wollte, was damals die einzige Möglichkeit war. Ich nahm einen Job beim Placentia Recreation Department an. Teil dieses Jobs war es, manchmal als Schiedsrichter tätig zu sein."
"Ich glaube, mein schneller Aufstieg hängt mit meiner Rolle als Ex-Spieler zusammen. Ich ging auf einige Schiedsrichter-Camps in dem Sommer und vertiefte mich ins Regelheft. Alles klappte ganz einfach (schnippst mit ihren Fingern)." Violet versinkt in ihren Sessel und überlegt einen Moment. Ihr Gesicht trägt einen Ausdruck von Vertrauen und Ruhe. Ihre Augen funkeln voll Entschlossenheit. Triff eine Entscheidung und geh Deinen Weg, drücken ihre Augen aus. Aber sie scheinen auch eine Warnung auszusprechen: Wenn ich mich entschieden habe, etwas zu tun, dann ist es besser, sich mir nicht in den Weg zu stellen. Im darauffolgenden Sommer nahm Violet am All-American Basketball Camp in Santa Clara, Kalifornien, teil. Anwesend waren Supervisor der Big West, der West Coast und der Pac-10 Conferences (Anm.: das sind die besten Divisionen der amerikanischen College-Liga). Sie alle beobachteten Violet mit großem Interesse und nach dem Camp, wurde sie von allen angeheuert. "Nach nur einem Jahr pfeifen in der High School, wurde ich von drei College Conferences angeheuert," strahlt sie. "Einmalig." War es hilfreich eine Frau zu sein?" "Als ich anfing zu pfeifen, gab es nur wenige Frauen. Ich glaube, mein Timing war perfekt." Und sie bemühte sich für Perfektion in ihren athletischen Fähigkeiten, Kenntnis der Regeln, Beherrschen der Technik und alles andere. Im nächsten Sommern ging Violet erneut ins Camp. Sie bekam einen Ansetzungsplan, der 40 NCAA Division I Spiele beinhaltete. Sie hatte ihren Weg gemacht. Dann spielte ihr das Schicksal einige schlechte Karten in die Hand. Sie spielte auf der First Base in einem Softball Spiel. Violet streckte sich nach dem Ball in einem bang-bang double play. "Die Gegenspielerin war zuerst da und traf mich. Sie fegte mir das Knie weg. Ich endete in einem Gips von der rechten Hüfte bis zum Fuss hinunter. Dieses Jahr war beendet." Da geht sie hin, meine Schiedsrichter-Karriere, dachte Violet. Du hast nur eine Chance und das war meine. Sie irrte sich. Alle drei Supervisor waren bereit auf sie zu warten. "Bis zu meiner Verletzung war mir nicht klar, wie wichtig das Pfeifen für mich war. Wie sehr ich es wirklich wollte. In diesem Jahr verpflichtete ich mich selber." 1993, der Sommer nach ihrer Verletzung, die völlig ausgeheilt war, nahm Violet am Division I Frauen Schiedsrichter Camp in Minnesota teil. Anwesend waren dort auch die NCAA Koordinatoren für Frauen-Schiedsrichter, Marcy Weston und Dee Kantner. Violet war äußerst erfolgreich und pfiff das Endspiel. Sie erhielt ihre Ansetzungen, 50 Division I Spiele. Carter Rankin, ihr Pac-10 Supervisor, erinnert sich an Violet mit Vergnügen: "Sie war ausgesprochen talentiert, ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit und hatte ausgezeichnete kommunikative Fähigkeiten. Außerdem besaß sie die wichtigste Eigenschaft eines Schiedsrichters: vorausschauende Bewegungen. Violet raste durch die Saison. Im nächsten Jahr, 1994, Rankin nutzte die Möglichkeit und gab Violet einige der wichtigsten Spiele der Conference. Das Risiko zahlte sich aus. Violet wurde für das NCAA Tournament ausgewählt. Im Alter von 29 Jahren, erreichte sie das Final Four (Anm.: das NCAA Final Four ist nach den NBA Play Offs das wichtigste Ereignis in den USA im Basketball) "Zu diesem Zeitpunkt war ich überglücklich. Alles war super. In den Camps diesen Sommers war ich kein Camper mehr, ich war Instructor." Dann, eines Nachmittags 1995, wie Violet sich erinnert, läutete das Telefon. Es war Aaron Wade, der damalige Chef der CBA Schiedsrichter, der eng mit der NBA zusammenarbeitete, um für diese Schiedsrichter auszubilden. Violet dachte, es wäre ein Freund, der sich einen Scherz mit ihr erlaubt und wartete auf die Aufklärung. Wade sagte: "Ich rufe an, weil ich Dich im Fernsehen gesehen habe. Ich konnte nicht glauben, dass ich Dich vorher noch nie habe pfeifen sehen, ja nicht mal wusste, wer Du bist." Violet begriff nun langsam, dass der Anruf echt war. "Ich weiß, dass Dir dies nicht bekannt sein dürfte," setzte Wade fort, "aber die NBA will einige Frauen trainieren. Interesse?" "Darüber habe ich noch nie nachgedacht," antwortete Violet. Wade lachte. "Violet, wenn ich jemandem sage, wer ich bin und warum ich anrufe, drehen sie normalerweise durch: 'Oh, mein Gott! Ich kann es nicht glauben, es ist Aaron Wade!'" Das Gespräch wurde fortgesetzt. Wade schickte Violet Videokassetten und Regelbücher und lud sie zu zwei NBA Camps ein. Das erste war ein Schock. Violet und Kantner waren die einzigen Frauen. Zuerst behandelten die Spieler sie mit Zweifeln, aber nach dem ersten Tag waren sie nur noch einfach die Schiedsrichter. Violet grinst. "Am Ende des Camps war ich einfach einer der Jungs." Violet begriff schnell, dass zwischen den Frauen-College-Spielen und den Männer-Pro-Spielen ein riesiger Unterschied ist. Neben der Geschwindigkeit und der Athletik gab es eine große Differenz in der Schiedsrichter-Technik. "Ich wurde wieder zum Lehrling," erklärt sie. "Ich lernte, wo ich stehen, wo ich schauen musste. Das war als ich begann. Wenn Du die Technik drauf hast, wirst Du sofort ein besserer Schiedsrichter." Auch im darauffolgenden Sommer wurde sie zum NBA Camp eingeladen. Diesmal wurde sie von den Spielern kaum beachtet. Aber Rod Thorn schaute auf sie. Er rief sie nach dem Camp an und lud sie zum Veteranen-Camp der NBA ein und sagte ihr, dass sie einige Trainingsspiele dort leiten wird. Natürlich nur, wenn sie wollte. "Klar will ich dahin," versicherte sie ihm. Sie legte auf und fragte sich: "Was ist das Veteranen-Camp?" Sie rief einige Schiedsrichter-Freunde an, die ihr erklärten, das im Veteranen-Camp alle 58 NBA-Officials, plus einige extra eingeladene, trainieren. Die Schiedsrichter erhalten offizielle Trikots, füllen NBA-Papiere aus, machen praktische Übungen und hören die Theorie. "Ich wußte, dass ich eine Menge lernen würde. Es würde eine große Erfahrung sein. Es könnte meiner College-Karriere helfen," sagt Violet. Im nächsten Jahr, nach einer weiteren College Saison, fand sie sich erneut im Veteranen-Camp wieder. "Ich begann zu glauben, dass ich einen Fuss in der Tür der NBA hatte. Und ich wollte hinein." Nach ihrem zweiten Veteranen Camp pfiff sie erneut zwei Trainingsspiele. Sie verpflichtete sich selber: "Ich werde in die NBA kommen, kein Zweifel." Sie fegte durch die 1997er NCAA Saison und landete in einem Triumph, dem Endspiel zwischen Old Dominion gegen Tennessee. Sie erwartete die Einladung der NBA zum Camp, erhielt sie und nahm die Herausforderung erneut an. Sie erhielt fünf Vorbereitungsspiele. Als sie sich auf ihr letztes Spiel in Utah vorbereitete, läutete das Telefon und Rod Thorn war dran. "Violet, ich hoffe, Du sitzt," erinnert sie sich ihn sagen zu hören. "Wir werden Dich in unser Team nehmen." Der Rest war Geschichte. NBA Geschichte. Sport Geschichte. Später in dieser Saison zeigte ihr Billy Oakes, der Crew Chief ihres ersten Spieles, ein Fotoalbum, das ihm seine Familie zu seiner Pensionierung geschenkt hatte. In ihm war ein Foto von Oakes und Violet, wie sie auf dem Feld in Vancouver nebeneinander stehen. Er sagte zu Violet: "Ich weiß Du hälst diesen Abend in Ehren, aber Du glaubst nicht, wie stolz ich bin, dass ich dabei sein durfte." Nicht alle Spieler, Coaches und Schiedsrichter waren der gleichen Ansicht. " Das ist ein Männer-Sport. Und er sollte es bleiben," tönte Houston's Charles Barkley in den Medien. "Die größte Herausforderung für mich war, dass ich als Schiedsrichter respektiert wurde," sagt Violet. Von jedermann, auch den Fans. Das Resultat der Medienhysterie war, dass die Fans ihren Namen kannten und nicht zögerten, ihn zu verwenden. Das ganze Jahr über bekam sie zu hören: "Violet, you suck!" oder "Violet, go back to the WNBA!" "Der einzige Weg, sich als Schiedsrichter in der NBA auszuzeichnen, ist es, kontinuierlich zu pfeifen. NBA Training ist das beste, aber wenn Du nicht jeden Abend auf das Spielfeld mit diesen Spielern und 20.000 fanatischen Fans geht, kannst Du Dich nicht verbessern." Sie wurde besser, jeden Abend. Schließlich bewies sie allen, dass sie dort hingehörte. Ed Rusch, NBA Direktor der Schiedsrichter, lobt ihre Auftritte. "Violet," hört sie ihn sagen, "Du hast eine unglaubliche Art Dich zu verkaufen, selbst wenn Du Unrecht hast. Das ist eine großartige Eigenschaft." Nun nimmst sie auch die Herausforderung von verbalen Provokationen der Spieler an. Einmal meckerte ein Spieler nach einem Foul, das sie gegen ihn verhängte. "Violet," schrie er. "Wenn Du den Pfiff zurück nimmst, gehe ich mit Dir aus." "Wir können nicht miteinander ausgehen und Du kriegst trotzdem Dein Foul." antwortete sie. Alle Spieler, die dies mitbekamen, begannen zu lachen.
"Ich habe ein großartiges Leben. Ich liebe meine Arbeit. Ich kann kaum glauben, dass sie mich dafür bezahlen, was ich tue. Es ist, als ob ein Traum wahr geworden wäre. Ich fühle mich gesegnet." Sie atmet kurz ein. Als der Weihrauch durch den Raum strömt, lernt man noch etwas anderes über Violet Palmer, ein weiterer Grund für ihre Himmelfahrt in die NBA mit Lichtgeschwindigkeit: Diese Frau ist centered (Anm.: keine vernünftige Übersetzung im Deutschen gefunden). (Alan Eisenstock, ein freiberuflicher Journalist aus Pacific Palisades, Kalifornien hat Baseball und Basketball gepfiffen, und ist Co-Autor des kürzlich veröffentlichten Buches "Inside the Meatgrinder!", eine Biographie des NFL-Schiedsrichters Chad Brown.) |
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