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Deliberativer und intuitiver Entscheidungsstil |
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Geschrieben von Prof. Ralf Brand / Geoffrey Schweizer
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Montag, 28. September 2009 |
  Die Universität Potsdam hat Bundesliga-Schiedsrichter und "normalen" Schiedsrichter zum Thema "Entscheidungsstile" befragt. Unter anderem über bbsr.de haben die Probanten einen entsprechenden Fragebogen ausgefüllt und erste Ergebnisse liegen mittlerweile vor. Die Untersuchung diente in erster Linie dazu, etwas über den allgemeinen Entscheidungsstil von Schiedsrichtern zu erfahren. Psychologisch lassen sich grob gesagt zwei Gruppen von Entscheidern unterscheiden:
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Manche bevorzugen einen eher deliberativen Entscheidungsstil. Solche Menschen neigen (im Alltagsverhalten) dazu, vor wichtigen Entscheidungen erst sorgfältig nachzudenken, um "nicht vorschnell" zu entscheiden.
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Manche bevorzugen demgegenüber eher einen intuitiven Entscheidungsstil: Solche Menschen neigen (im Alltagsverhalten) dazu, viel eher "aus dem Bauch heraus" zu entscheiden und profitieren (z.B. was das Gefühl der Entscheidungssicherheit anbelangt) eben nicht vom sorgfältigen Abwägen oder intensiven Darübernachdenken.
Von den beiden Entscheidungsstilen ist keiner "besser" als der andere! Es drücken sich darin lediglich Vorlieben und in gewisser Weise "Funktionsmodi" aus, in denen Personen am liebsten und besten "funktionieren".
Die Untersuchung nun hatte zwei konkrete Anlässe. Einen überwiegend wissenschaftlichen und einen für die BBL-Schiedsrichter unmittelbar praxisrelevanten.
Der überwiegend wissenschaftliche Grund war, dass wir vermuteten unter den BBL-Schiedsrichtern (im Vergleich zu niederklassigen Schiedsrichtern) überproportional viele intuitive Entscheider zu finden. Genau das war auch der Fall (siehe Abbildung 1)! Als wichtigste Erklärung dafür nehmen wir an, dass es sich bei Schiedsrichterentscheidungen auf dem Feld (psychologisch gesehen) fast ausschließlich um intuitive Entscheidungen handelt. Personen, die auch im Alltag einen intuitiven Entscheidungsstil bevorzugen, sollten es leichter haben, es als Schiedsrichter in den Elitekader zu schaffen, weil sie sich weniger "umstellen" müssen. So war zu erwarten, dass wir unter den BBL-Schiedsrichtern mehr Intuitive als Deliberative finden.
Abbildung 1. Vergleich Entscheidungsstile unter Schiedsrichtergruppen
Der überwiegend praxisrelevante Grund war, dass die BBL-Schiedsrichter ab der nächsten Saison ein an der Universität Potsdam entwickeltes online-Schiedsrichterentscheidungstraining (SET-Basketball) nutzen werden. Insofern nun Informationen über den Entscheidungsstil jedes einzelnen BBL-Schiedsrichters vorliegen, können Rückmeldungen im Rahmen der Trainingseinheiten nun wesentlich individueller erfolgen. Gleiches wird für Rückmeldungen (Coachings) in Spielnachbereitungen erwartet, die nun ebenfalls wesentlich individueller und damit lernwirksamer gestaltet können. Man kann nun besser darauf Rücksicht nehmen, dass eben nicht alle gleich "ticken" und nicht gleichermaßen von ein und derselben Information profitieren. Das wird - hoffentlich - "Nervpotenzial" minimieren helfen!
Für Nachfragen stehen wir selbstverständlich zur Verfügung!
Ralf Brand & Geoffrey Schweizer
http://www.bbsr.de/cms/www.uni-potsdam.de/sportpsychologie
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