| Die Grundidee des modernen Schiedsrichterns / Teil 1 |
| Geschrieben von Valentin Lazarov / Übersetzung Albert Schencking | |
| Dienstag, 27. März 2007 | |
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In den letzten Jahren hat Basketball weltweit eine außergewöhnliche Weiterentwicklung und einen Zugewinn an Popularität erfahren. Zeitgemäßes modernes Basketball ist eine spektakuläre und abgestimmte Kombination von ungeheurer Geschwindigkeit, außergewöhnlichen athletischen Fähigkeiten, aggressiver Verteidigung und hervorragender Technik der Spieler. Selbstverständlich hängt die Entwicklung des Basketballspiels eng mit der Entwicklung des Schiedsrichterns zusammen. Deshalb muss man, wenn man vom "modernen Basketball" spricht, auch vom "modernen Schiedsrichtern" sprechen. Modernes Schiedsrichtern beinhaltet neue zusätzliche Anforderungen an die Schiedsrichter. Mit diesem Artikel möchte ich die neu hinzugekommenen Anforderungen an die Schiedsrichter aktualisieren und strukturieren. Schließlich sind die Schiedsrichter stark an der Umsetzung der Entwicklung des Spiels auf dem Spielfeld beteiligt.
Im modernen Basketball setzt sich die Leistung eines Schiedsrichters aus einer Fülle von direkten und indirekten Merkmalen zusammen, welche die Leistung der Schiedsrichter beeinflussen. Man kann die Summe der einzelnen Fähigkeiten und die Faktoren, die sich auf alle Fähigkeiten auswirken, mit der folgenden Formel ausdrücken: Q = (A+B+C+D+E+F+G+H)·X·Y·Z. Dabei bedeuten:
Q = Qualität der Schiedsrichterleistung Natürlich darf man sich dies nicht als Formel im mathematischen Sinn vorstellen, es soll eher eine Beschreibung sein. Sie repräsentiert allerdings die Themen und Eigenschaften, auf die sich junge und aufstrebende Schiedsrichter konzentrieren müssen, um eine perfekte Leistung auf dem Weg zum Spitzenschiedsrichter erbringen zu können.
Diese "Formel" empfiehlt sich auch für wichtige Themen im Lehrgangsprogramm für FIBA-Schiedsrichter-Kandidaten. Im Folgenden bringe ich eine kurze Zusammenfassung zu jedem dieser Merkmale und gehe nur auf das Wichtigste ein. Eigentlich müssen für die Vorstellung jedes dieser Punkte zwischen einer und vier Stunden aufgewendet werden, einschließlich visuellen Materials und Beispielen aus der Praxis.
Der Schiedsrichter muss die Aktionen auf dem Spielfeld so nah wie möglich beobachten und dabei die bestmögliche Position einnehmen, um präzise Entscheidungen treffen zu können. Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen einer präzisen Entscheidung und der bestmöglichen Position auf dem Spielfeld. Das bedeutet, dass ein Spitzenschiedsrichter so schnell wie die Spieler, in einigen Fällen sogar noch schneller sein muss. Dazu ist eine ausgezeichnete körperliche Verfassung erforderlich.
Eine weit von der Aktion entfernte Schiedsrichterposition wirkt sich auch psychologisch auf die Reaktion von Spielern, Trainern und Zuschauern aus. Eine 100% richtige Entscheidung, die weit von der Foul- oder Ausball-Situation gefällt wird, führt fast immer zu unerwünschten Reaktionen.
Dieser Prozess (siehe Blockdiagram) kann sich durch einige Faktoren stark verzögern, wobei die körperliche Ermüdung der wichtigste ist.
Schließlich dient die anregende Wirkung des Aufwärmens vor dem Spiel (15 bis 20 Minu-ten) nicht nur der Erhaltung der beständigen geistigen Kondition des Schiedsrichters durch das Spiel hindurch, sondern beugt auch der Häufigkeit und Schwere von Muskelverletzungen vor. Die Dynamik und Anziehungskraft im modernen Basketball erlaubt es den Schiedsrichtern nicht mehr, das Spiel zu oft zu unterbrechen. Sowohl für die Teilnehmer als auch für die Zuschauer ist ein interessantes Spiel eine ununterbrochene Folge von spektakulären Aktionen. Ein attraktives und reizvolles Spiel hängt damit ganz stark von der Beurteilung von Kontakten durch die Schiedsrichter ab. Statistiken belegen, dass im heutigen Basketball die Zahl der Körperkontakte sich verdoppelt, teilweise sogar verdreifacht hat. Alle zwei bis drei Sekunden sehen wir einen oder mehrere Aktionen mit Körperkontakt zwischen Gegenspielern. Davon werden jedoch nur 10 bis 15 % von den Schiedsrichtern als Foul gepfiffen. Das bedeutet, dass die Schiedsrichter bei dieser Auswahl viel mehr den Praxisbezug als den genauen Wortlaut des Regeltextes berücksichtigen müssen. Bei den Schiedsrichtern wird am meisten (ca. 80 %) kritisiert, wie sie mit der Beurteilung der Kontaktsituationen umgehen. Es ist praktisch unmöglich geworden, das Spiel wegen jedem Kontakt zu unterbrechen, weil dadurch die Attraktivität des Spiels zerstört würde. Deshalb müssen wir einerseits versuchen, den Spielfluss so wenig wie möglich zu stören, andererseits müssen wir die Regeln strikt beachten und das Spiel ständig unter Kontrolle behalten, wenn wir nicht wollen, dass das Spiel sich ähnlich wie ein Rugbyspiel entwickelt. Schließlich muss ein Unterschied aufgezeigt werden zwischen zufällig entstehenden Kontakten, die im Laufe eines Spiels einfach vorkommen, und Kontakten, die zu persönlichen Fouls ausarten. Unter dem "Schiedsrichtern im Geist des Spiels" verstehen wir die erfolg-reiche Umsetzung dieser ganz schwierigen Grenzziehung auf dem Spielfeld.
Hier hängt vieles vom persönlichen Talent des Schiedsrichters ab und wie er sich dieses ausgeprägte Gespür dafür aneignet. Hier sieht man auch die Grenze zwischen einem Spitzen- und einem Durchschnitts-Schiedsrichter. Aufgrund der oben genannten Fakten wurde das klassische Vorteil-/Nachteil-Prinzip ent-wickelt. Es fordert die Schiedsrichter auf, bei der Beurteilung persönlicher Fouls alle Körperkontakte zu bewerten, die
Dazu füge ich immer noch diesen sehr wichtigen Punkt hinzu:
Die Schiedsrichter müssen wissen, dass sie sich voll im Einklang mit den FIBA-Regeln befinden, wenn sie dieses Prinzip anwenden: "Die Schiedsrichter sollten dabei den Spielfluss nicht unnötig unterbrechen, indem sie einen zufälligen persönlichen Kontakt bestrafen, der weder dem dafür verantwortlichen Spieler einen Vorteil bringt noch seinen Gegenspieler benachteiligt..."
Das Vorteil/Nachteil-Prinzip zu verstehen und jede einzelne Kontaktsituation gut abzuwägen und kompetent zu beurteilen, ist für den Schiedsrichter der Schlüssel, ob ein Körperkontakt als persönliches Foul anzusehen ist oder nicht (siehe Blockdiagram). Die Antworten auf folgende vier Fragen führen zur endgültigen Entscheidung über "Foul oder kein Foul":
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